Wie Sie Ziele kommunizieren und aktiv Erwartungshaltungen managen

Nach dem Vorrunden-Aus bei der Weltmeisterschaft in Russland und dem Abstieg in der UEFA Nations League steht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor einem Umbruch.

Als ein Ziel des Neuaufbaus wurde die Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 genannt. Ein sicherlich erreichbares Ziel, wenngleich die erfolgsverwöhnten deutschen Fans, Sponsoren oder auch Journalisten höhere Erwartungen an Bundestrainer Löw und sein Team haben: soll bei der Europameisterschaft das Viertelfinale erreicht werden oder möchte man um den Titel spielen? Wann soll Deutschland in der FIFA-Weltrangliste wieder unter den Top 3 stehen, nachdem man als vormals führende Nation auf Platz 14 (Stand 25. Oktober 2018) abgerutscht ist?

Sportler und Teams setzen sich stets klare Ziele und arbeiten konsequent daran, diese zu erreichen. Auch für Unternehmen ist es notwendig, konkrete Ziele zu definieren, insbesondere für Strategien als auch Projekte. Führungspersönlichkeiten tun sich allerdings durchaus schwer, diese zielgruppengerecht zu kommunizieren. Dabei leistet eine aktive, regelmäßige und zielgerechte Kommunikation positive Beiträge, um Zielgruppen zu informieren, zu aktivieren und zu begeistern und deren Erwartungshaltungen zu managen.

Kommunizieren Sie realistische Ziele

Einer Mannschaft, die vor einer Spielzeit kein Ziel verkündet, fehlt ein „saisonales Leitbild“. Dieses ist für alle Beteiligten jedoch notwendig, da sich daraus der gemeinsame Wille einer Einheit entwickelt, dieses Ziel unbedingt erreichen zu wollen.

Setzen Sie daher wenige, aber realistische Ziele und kommunizieren Sie diese. Klar definierte Ziele dienen zur Orientierung, Motivation und Führung Ihrer Mitarbeiter. Für sie ist es wichtig zu wissen, was ihr Unternehmen im kommenden Geschäftsjahr oder auch in den nächsten fünf Jahren erreichen will. Welcher Umsatz soll erwirtschaftet werden? In welche Märkte soll expandiert werden? Wie soll sich die Organisation besser auf sich ändernde Markt- oder Kundenbedürfnisse ausrichten? Informieren, begründen und erläutern Sie, was Sie in welchem Zeitraum gemeinsam mit den Mitarbeitern erreichen wollen und warum.

Machen Sie sich messbar

Stellen Sie sich vor, eine Mannschaft kommuniziert keine konkreten Ziele. Nach einem Spiel oder am Saisonende sagen die Verantwortlichen, man sei mit dem Erreichten zufrieden, während alle gesehen haben, dass mehr möglich war.

Lösen Sie sich von dem Ansatz, keine konkreten Ziele zu nennen, nur um das schlussendlich Erreichte im Nachhinein positiv verkaufen zu können. Unterlegen Sie Ihre Ziele im Rahmen Ihrer Kommunikation mit Zahlen, Daten und Fakten. Realistische Ziele oder Zielkorridore erhöhen Ihre Treffsicherheit. Vermeiden Sie Intransparenz, nur um eine Messbarkeit der Unternehmensleistung nach innen und außen zu umgehen.

Kommunizieren Sie aktiv die Entwicklung

Eine Verletzungsserie von Spielern kann dazu führen, dass das Saisonziel nicht erreicht werden kann. Genauso gut kann eine Mannschaft besser als erwartet agieren, so dass das Saisonziel frühzeitig erreicht wird oder dieses angehoben werden muss.

Eine Zielperiode ist lang und es können Ereignisse eintreten, die eine Neudefinition Ihrer Ziele notwendig machen. Ob hausgemacht oder aufgrund externer Faktoren: jede Abweichung oder Neudefinition ist erklärbar. Kommunizieren Sie die Gründe und erläutern Sie Ihren Zielgruppen die Folgen sowie die Maßnahmen, die Sie zur Zielerreichung oder -korrektur einleiten oder eingeleitet haben. Wählen Sie dafür den frühestmöglichen Zeitpunkt. Sie managen bestehende Erwartungshaltungen am besten, indem Sie aktiv agieren.

Unternehmensziele vor persönlichen Zielen

Ziele von Mannschaften geraten in Gefahr, wenn einzelne Spieler eigensinnig anstatt mannschaftsdienlich agieren.

Unternehmens- und Projektziele haben Priorität, persönliche Ziele müssen auf den Unternehmenserfolg einzahlen. Stellen Sie in Ihrer Kommunikation heraus, wie Sie die gemeinsamen Ziele erreichen wollen. Warum hat die beste Lösung für die Zielgruppe Vorrang? Wieso sind Veränderungen notwendig und wie unterstützen Sie als Verantwortlicher diesen Prozess? Aktivieren und begeistern Sie Ihre Mitarbeiter mit einer Regelkommunikation für die gemeinsamen Ziele. Stellen Sie Anreize heraus, aber auch Beiträge, die Sie erwarten. Sie reduzieren dadurch unter anderem problemfokussierte Diskussionen oder das Festhalten an Bestehendem.

Sichern Sie sich ein gutes Gefühl

Das Erreichen des Saisonzieles gibt Mannschaften ein gutes Gefühl. Sie erhalten die Bestätigung für die eigene Leistungsfähigkeit und dafür, dass sich Aufwand und Einsatz gelohnt haben.

Sichern Sie sich mit Ihrer Kommunikation dieses Erfolgsgefühl in Ihren Projekten. Für alle Beteiligten ist es großartig zu erfahren, dass gemeinsam die gesetzten Ziele erreicht wurden und dass die Zielgruppe zufrieden oder gar begeistert ist. Für Sie als Verantwortlichen wird es ebenso ein Hochgefühl sein, eine erfolgreiche Zielerreichung kommunizieren zu können, insbesondere dann, wenn gemeinsam etwas Besondere gelungen ist.

Fazit: Nutzen Sie die Kraft der Kommunikation

Nutzen Sie als Führungspersönlichkeit die Kraft der Kommunikation, um Ihre Zielgruppen aktiv zu führen und Erwartungshaltungen zu managen. Kommunizieren Sie dazu realistische Ziele. Machen Sie sich angemessen messbar. Kommunizieren Sie die laufende Entwicklung und stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten das Erreichen des Gesamtziels vor die persönliche Zielerreichung stellen. Kommunizieren Sie regelmäßig in Ihren Projekten: zu Beginn, mittendrin und am Ende. Kommunizieren Sie aktiv, um Ihre Zielgruppen zu informieren, zu aktivieren und zu begeistern.