Wie eine durchdachte Kommunikation bei Insolvenzen hilft

Der Anruf kam überraschend. „Unser Unternehmen befindet sich in einer schwierigen Situation. Uns droht die Insolvenz. Können Sie uns in unserer Kommunikation unterstützen“, fragte der CEO eines mittelständischen Unternehmens. Ich stellte mich dieser herausfordernden Aufgabe und freue mich, dass die durchdachte Kommunikation und das Coaching der Geschäftsführung einen Wertbeitrag leisten konnte, um die Insolvenz zu vermeiden.

Im Zuge der Corona-Krise droht Selbstständigen, Start-ups sowie mittelständischen Unternehmen (KMUs) eine Insolvenz, beispielsweise aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten oder einer Verschuldung. Gerne teile ich hier meine Erfahrungen aus oben genanntem Fall und gebe Empfehlungen für eine Insolvenzkommunikation.

1) Verschaffen Sie sich ein umfassendes Bild über die Sachlage

Alle Fakten im Hinblick auf die drohende Insolvenz kamen seitens der Unternehmensverantwortlichen auf den Tisch und auch unliebsame und unbequeme Fragen wurden beantwortet. Dies ermöglichte einen umfassenden Blick auf die Faktenlage und war wichtige Basis für die Erarbeitung der Kommunikationsstrategie. Dadurch konnten im Nachgang Überraschungen und eventuell daraus resultierende Kommunikationsfallen vermieden werden.

2) Enge Abstimmung mit den handelnden Personen

Die Treiber in einem Insolvenzprozess sind neben der Geschäftsführung und der Rechtsabteilung Personen, die nicht Ihrem Unternehmen angehören, insbesondere Insolvenzverwalter, Gläubiger, Banken und Juristen. Der Austausch mit den prozessrelevanten Personen erfolgte unverzüglich. Dies vervollständigte die Faktenlage mit wesentlichen und relevanten Argumenten dieser Experten. Um als Kommunikationsverantwortlicher der Geschäftsführung gezielt zuzuarbeiten, erwies sich die Einbindung an allen wichtigen Abstimmungsrunden als sehr vorteilhaft.

3) Bereiten Sie die Kommunikation gezielt vor

Der regelmäßige Austausch mit allen Beteiligten war für die Erstellung der Kommunikationsstrategie unverzichtbar, auch um negative Folgen für das laufende Verfahren zu vermeiden. Zur besseren Verständlichkeit wurden so die Komplexität des Sachverhalts und dessen Auswirkungen reduziert und die eindeutig formulierten Botschaften juristisch wasserdicht gemacht. Die abgestimmte Sprachregelung war nachfolgend Grundlage für das Coaching der Geschäftsführung. Bei diesem wurden unter anderem Präsentation und Interviews simuliert, so dass die Geschäftsführung Argumentationssicherheit gewann.

4) Informieren Sie relevante Zielgruppen unverzüglich

Ziel war es, die kommunikative Führerschaft im Insolvenzverfahren zu haben. Die eigene Belegschaft wurde sachlich und umfassend informiert. Um keine unnötigen Ängste zu schüren, stellte sich die Geschäftsführung persönlich den Fragen der Mitarbeiter. Erst nach dem Start der internen Kommunikation wurden relevante externe Zielgruppen passgenau informiert, um deren Vertrauen zu gewinnen. Die aktive Regelkommunikation fand zu guter Letzt in der positiven Information über die Vermeidung der Insolvenz ihren erfreulichen Abschluss.

Selbstverständlich laufen diese Schritte in Insolvenzverfahren nicht nacheinander ab, sondern parallel, wodurch sich der Druck auf Unternehmens- und Kommunikationsverantwortliche erhöht. Dieser steigt, wenn nicht steuerbare Faktoren das Unternehmen zum Reagieren zwingen. Beispielsweise, wenn die Gläubiger oder Gegenparteien aktiv den Weg in die Öffentlichkeit suchen oder Medien frühzeitig Wind bekommen. Dann heißt es: noch schneller einen Überblick über die Fakten gewinnen, noch schneller eine Kommunikationsstrategie erstellen und noch schneller durch durchdachtes, strukturiertes und aktives Agieren die kommunikative Oberhand gewinnen. Auch um eine dauerhafte Krisenkommunikation zu vermeiden.

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