Warum ein neues Unternehmensleitbild jetzt für eine digitale Arbeitswelt notwendig ist

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise werden kleinere und mittlere Unternehmen noch lange beschäftigen. Viele von ihnen haben in der Pandemie positive Erfahrungen mit agilen und flexiblen Arbeitsweisen gemacht und bewegen sich nun in einem ‚analog-digitalen‘ Paralleluniversum. Langfristig gesehen wird unsere Arbeitswelt definitiv agiler, flexibler und digitaler. Unternehmen brauchen dementsprechend ein neues Leitbild als nachhaltig unverrückbare Basis für eine moderne Unternehmenskultur und eine unverwechselbare Arbeitgebermarke.

Autoren: Daniela Kuhl, Schulungen & Beratungen; Imre Szerdahelyi, Kommunikations- und Marketingexperte

Arbeitnehmer*innen arrangieren sich mit ‚analog-digitalem‘ Paralleluniversum

Eines steht als Folge der Corona-Krise fest: Agile, flexible und digitale Arbeitsweisen sind für kleinere und mittlere Unternehmen aus vielerlei Gründen künftig unabdingbar. Dabei erinnert der jetzt unvermeidlich stattgefundene „Zugzwang“, die Belegschaft in eine nahezu unbekannte Arbeitswelt von „Remote Work“ und „Home-Office“ zu ‚beamen‘, in einigen Unternehmen durchaus an eine zu spät eingeläutete Projektphase der Digitalisierung.

Geschäftsführung, Management und Personalabteilungen haben daher in den vergangenen Monaten wertvolle Erfahrungen aus der Mischung zwischen experimentellem Home-Office und stationärer Arbeit im Betrieb gesammelt. Positiv werden vor allem Effizienzen im Hinblick auf die Arbeitszeit gesehen, unter anderem der Wegfall von Geschäftsreisen und der Anfahrtszeit zum Büro sowie durch die Nutzung von Videomeetings. Des Weiteren aber auch die Förderung des Vertrauensaspektes bei Führungskräften, da diese erfahren haben, dass ihre Mitarbeiter*innen im Home-Office pflichtbewusst und effektiv arbeiten, auch ohne Kontrolle.

Bestätigt wird dies durch eine aktuelle Umfrage der IHK Berlin zum Home-Office-Arbeit. Für über die Hälfte der Unternehmen überwiegt bei ihren Arbeitsmodellen künftig ein „Hybridmix aus Präsenzarbeit und Homeoffice“. Entstanden ist also ein ‚analog-digitales‘ Paralleluniversum, welches zunehmend von agilen Denk- und Arbeitsweisen sowie Klebezetteln und webbasierten Video-Meetings als tägliche Werkzeuge geprägt ist.

Neue Rahmenbedingungen bedingen ein neues Unternehmensleitbild

Die Veränderung hin zu einer agilen, flexiblen und digitalen Arbeitswelt hat nachhaltige Auswirkungen auf die Unternehmenskultur und die Arbeitgebermarke. Aktuelle Leitbilder müssen daher neu geschrieben werden. Leitbilder, die der Belegschaft Motivation und Orientierung im Hinblick auf wichtige Unternehmensziele geben. Leitbilder, die in Unternehmen Ideale, Grundprinzipien und ein kulturelles Selbstverständnis für den Umgang miteinander beschreiben. Leitbilder, die das gewünschte Idealbild des Unternehmens in der Wirkung nach außen definieren.

Das neue Unternehmensleitbild sollte der Belegschaft als auch Kunden, Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit entsprechend klare und eindeutige Antworten auf die neue Ideale des Unternehmens geben, entweder für die Übergangsphase eines ‚analog-digitalen‘ Paralleluniversums oder direkt für den anvisierten Zielzustand einer agilen, flexiblen und digitalen Arbeitswelt.

Zur Definition eines verbindlichen neuen Unternehmensleitbildes gilt es daher für die Unternehmen vor allem Antworten auf kulturelle Fragen zu finden, da sich insbesondere der persönliche Kontakt der Mitarbeiter*innen am Arbeitsplatz als auch mit Kunden und Geschäftspartnern reduziert und in die digitale Welt verlagert. Dazu gehören unter anderem:

  • Wie sieht unsere künftige Unternehmensstrategie aus und welche Unternehmensziele leiten sich daraus ab?
  • Wie führt eine Führungskraft künftig seine Mitarbeiter*innen? Wie kann diese online am besten motivieren, Kritik äußern und empathisch agieren?
  • Wie gestaltet sich künftig ein „Onboarding“ neuer Mitarbeiter*innen, wie deren Vorstellung in anderen Abteilungen?
  • Wie gestaltet sich online die Mitarbeiterförderung und -bindung?
  • Welche Werte gelten für uns im digitalen Umgang miteinander sowie mit Kunden und Geschäftspartnern?
  • Wie fördern wir die sozialen Kontakte innerhalb der Belegschaft, beispielsweise persönlich unter Einhaltung geltender Corona-Regelungen, aber auch digital, wenn Abstimmungen beim Mittagessen, einer Tasse Kaffee oder dem Feierabendbier nicht mehr stattfinden?

Interne Kommunikation als wesentliches Tool im Veränderungsmanagement

Der Verankerung eines neuen und zeitgemäßen Unternehmensleibildes liegt eine durchdachte Veränderungskommunikation zugrunde. Eine Veränderungskommunikation, die insbesondere in einem ‚analog-digitalen‘ Paralleluniversum das erfolgreiche Durchlaufen der Stufen der Kenntnisnahme, Einschätzung, Urteilsbildung und Bestätigung innerhalb der Belegschaft sicherstellen muss:

  • 1) Gehört
  • 2) Verstanden
  • 3) Einverstanden
  • 4) Machen
  • 5) Beibehalten
  • Den Prozess zur Definition und Verankerung eines neuen Leitbildes gilt für Unternehmen aktiv zu gestalten. Analysieren Sie die aktuelle Situation unter Einbindung ihrer Mitarbeiter. Arbeiten Sie Ihre Stärken und Wettbewerbsvorteile heraus. Bilden Sie ein starkes Team mit Mitarbeiter*innen aus allen Fachbereichen, da die Auswirkungen durchaus unterschiedlich sind. Definieren Sie klare und eindeutige Kernbotschaften. Setzen Sie Multiplikatoren ein und nutzen Sie im Zuge der Implementierung umfassende Kommunikationsmittel, sowohl persönlich, analog und natürlich digital.

    Fazit

    Viele aktuelle Unternehmensleitbilder enthalten starke Werte, die insbesondere den persönlichen Umgang der Belegschaft miteinander als auch mit Kunden und Geschäftspartnern regeln. Doch was bedeutet ‚persönlich‘ in einer Arbeitsweit, die zunehmend agiler, flexibler und vor allem digitaler wird? Für kleinere und mittlere Unternehmen ist es wichtig, jetzt zu definieren, welche Ziele sie erreichen wollen, wofür sie stehen und wie sie agieren wollen. Jetzt ein neues Unternehmensleitbild zu definieren, das eine nachhaltig unverrückbare Basis für eine moderne Unternehmenskultur sowie unverwechselbare Arbeitgebermarke darstellt.

    Über die Autoren

    • Daniela Kuhl, Schulungen & Beratungen (www.danielakuhl.de):

    Kuhl-Konzepte steht für die Begeisterung Unternehmen auf den Weg in ihre Zukunftsfähigkeit zu begleiten und Mitarbeiter weiter zu entwickeln. Daniela Kuhl unterstützt Sie proaktiv mit agiler Denkweise rund um das aktuelle Thema Home-Office. Langfristig erfolgreich und gesund auf Distanz zu arbeiten erfordert ganzheitliche und professionelle Konzepte. Individuelle Beratung und moderne Wissensvermittlung aus kompetenter Hand hat einen Namen.

    • Imre Szerdahelyi, Kommunikations- und Marketingexperte:

    Mit seiner Marketing- und Kommunikationsberatung “Enabling Chief Winning Officers” stärkt Imre Szerdahelyi Führungspersönlichkeiten, Start-ups sowie mittelständische Unternehmen (KMUs). Kunden stellt er seine Erfahrungen und Kenntnisse aus über 3.000 Projekten für weltweite Markt- und Technologieführer zur Verfügung. Diesen hilft er, Projekte und Herausforderungen mit Strategien, Konzepten und Maßnahmen aus Marketing, Unternehmenskommunikation und Markenmanagement besser, effizienter und erfolgreich zu managen, so Werte zu schaffen und sich die Wertschätzung von Mitarbeitern, Kunden und relevanten Zielgruppen zu sichern.

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